Die Geschichte des TV Kastellaun 1903               (Teil II: 1983 - heute)

Die Vereinszeitschrift "Turnschuh" dokumtiert gleichsam viele Facetten des Vereinslebens und seiner Abteilungen und dient somit der kurz- und mittelfristigen Information der Vereinsmitglieder und der interessierten Öffentlichkeit. Seit 1983 wird diese erstellt.

 

Die Mitgliederstatistik, die die zahlenmäßige Entwicklung des Vereins insgesamt und in den einzelnen Abteilungen zum jeweiligen Jahresbeginn wiedergibt, belegt die ständige Aufwärtsentwicklung. So wurden zum Jahresbeginn 1985 an den Sportbund 659 Mitglieder in fünf Abteilungen gemeldet, 1988 waren es bereits 870 und im Jahre 1989 wurde ein Höchststand von 927 Personen gemeldet. Für die Abteilungen gestaltet sich der Überblick zu diesem Zeitpunkt so: Turnen 250, Leichtathletik 91, Handball 242, Volleyball 70 und Tennis 240. Bei dieser Mitgliederzahl ist es verständlich, dass jede Abteilung eine weitaus selbstständige Leitung und auch Abteilungstreffen braucht um handlungsfähig zu sein. 

 

Die einzelnen Abteilungen stellen sich nicht als homogene Gruppen dar. Das wird deutlich, wenn man sich die Abteilungsstruktur von der Turnabteilung mal näher ansieht. 

 

 

Diese Abteilung setzt sich mit ihrem breiten Angebot zusammen aus Kindergartenkindern, und Jüngeren in der Mutter-Kind-Gruppe, aus Ballettgruppen, Frauen-Gymnastik-Gruppe, Jedermann-Gruppe (Männer über 40), Walking-Gruppe, Jazz-Tanz-Gruppe und Aerobic-Gruppe.

 

Eine wichtige Rolle in Führungsaufgaben und Koordination fällt dem Vorstand zu. In der Regel fünf bis sechs Sitzungen fallen in ein Vereinsjahr und hier zahlt sich in der Vergangenheit Kontinuität aus. Bis auf eine kurze Zeitspanne des Jahres 1993, blicken Vorsitzende, Vorstandsmitglieder und Abteilungsleiter auf längere Amtsjahre zurück. 

 

Die geringe Mitgliederbeteiligung bei Versammlungen soll jedoch nicht zu Fehlschlüssen verleiten, denn dieser schwachen Beteiligung stehen auch an Zahlen gemessenen die in den Abteilungen aktiver Sportler entgegen und auch die hohe Zahl engagierter Übungsleiter sowie die Helfer und ehrenamtlich in vielen Rollen tätigen Personen. Die ehrenamtlichen Tätigkeiten der Übungsleiter z.B. haben einen wesentlichen Investitionsbeitrag zur Entstehung der Vereinsanlage in der Südstraße geleistet. 

 

Die Gesamtanlage ist nach Fertigstellung Anfang 1988 ein Aushängeschild des TV. Das Gebäude, die Tennisanlagen und die Außenanlagen haben nicht nur einen hohen funktionalen Wert, sondern zeigen ein schmuckes Ambiente. Die Bilder zeigen die Vereinsanlage im Aufbau und später mit den vier Tennisplätzen.  

Ein Dauerbrenner in all den letzten Jahren ist die Situation der zu geringen Hallenkapazität, um das breiten- und leistungssportliche Angebot des Vereins zu gewährleisten und über längere Dauer zu sichern. Die Nutzungszeiten sind mit anderen Vereinen aus der Verbandsgemeinde zu teilen. Der Verein stellt wiederholt klar, dass es nicht darum geht, dass der TVK gegen die Dorfvereine antritt, sondern dass man die Übungskapazität in der Verbandsgemeinde vergrößern will.

 

Da nur eine Erweiterung des Hallenangebots Abhilfe schaffen kann, startet der TV Kastellaun im Jahr 1987 eine breit angelegte und intensiv begründete Initiative zunächst über die Kommunalpolitiker in der Stadt und der Verbandsgemeinde, aber auch über alle Stellen bis auf Landesebene um mit einer kostengünstigen Lösung Abhilfe zu schaffen. In langwierigen Verhandlungen wird letztlich die Berechtigung des Anliegens von allen Stellen anerkannt, eine Lösung jedoch nicht gefunden.

Festzustellen bleibt, dass es in der Hallenfrage im Verein zu ernsthaften Konflikten gekommen ist. Diese haben in den Jahren 1993 und 1994 unter anderem wesentlich dazu beigetragen, dass gleich zweimal ein Führungswechsel in der Vereinsspitze erfolgte.

 

In seiner langen Vereinsgeschichte hat sich der Turnverein Kastellaun immer den zwei Maximen verschrieben, sowohl den Breitensport vielseitig auszubauen und zu pflegen wie auch dem Leistungssport Zeit und Engagement einzuräumen, letzteres durch die besondere Förderung von Einzelsportlern und Mannschaften. Dabei haben sich viele Betreuer und Übungsleiter verdient gemacht.

 

Nicht ausführlich, sondern schlagartig soll einiges aus dem Vereinsleben und den Abteilungen beleuchtet werden. 

 

In der Abteilung Turnen ist in all den Jahren Vielseitigkeit und somit Breitenarbeit Trumpf: Das Mutter-Kind Turnen findet guten Zuspruch, die Ballettgruppen mit qualifiziertem Unterricht und Aufführungen ziehen immer wieder neue Teilnehmerinnen an. Im Jahr 2000 arbeiten drei Gruppen mit insgesamt 42 Kindern. Allerdings ist auch immer Werbung erforderlich, um durch Beteiligungsrückgänge die Kontinuität der Arbeit nicht zu gefährden. 

Neben den Traditionsgruppen wie der Damengymnastik und der Jedermann-Gruppe, letzerte hält schon seit 1962 "ältere" Herren mit Ballspielen und Gymnastik fit, werden auch neue Gruppen gegründet wie die Walkerinnnen - ein Walking-Treff wurde 1997 eingerichtet und die Aerobic-Gruppe, die schon 1995 besteht. Neben der sportlichen Arbeit findet sich auch Raum für Geselligkeit und die Beteiligung an besoderen Ereignissen. So beteiligte sch die Gymnastikgruppe mehrmals an den Kastellauner Fastnachtsumzügen. 

 

Wenden wir uns der Leichtathletik zu und stellen einige breiten- und spitzensportliche Ereignisse in den Mittelpunkt, verbunden mit einem Blick auf Personen, die diese prägen. 

Aktivitäten dieser Abteilung und Erfolge Einzelner sind eng verbunden mit der Arbeit von Erhard Kötz. 1982 beginnt er seine Tätigkeit als Übungsleiter, die er 1983 mit der Aufgabe als Sportabzeichenprüfer verbindet, was für ihn die Übernahme der gesamten Sportabzeichen-Maßnahme bedeutet. Mit dieser Aufgabe leistet er einen wichtigen Beitrag zum Breitensport wie es Zahlen belegen: 1982 legen 29 Teilnehmer die Prüfungen ab, im Jahr 2000 sind es 150 und 2014 hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt (302).   

Unter Kötz Leitung findet seit 1983 (bis 2002) jährlich in Kastellaun ein Schüler- und Jugendsportfest statt. Nicht nur die Sportjugend des TV sondern Jugendliche der Region wählen diese Treffen zum Leistungsvergleich: Im Jahr 1998 liegt die Beteiligung bei 157 Teilnehmern aus 11 Vereinen, 2001 bei Treffen der Jahrgänge 88-97 bei 142 Kindern aus acht Vereinen.

 

1990 blickt der TVK auf 25 Jahre Handballgeschichte mit erstaunlichen Leistungen zurück: 17 Mannschaften spielen von den 3-4 Jährigen der Kindergartengruppe bis zur Altherrenmannschaft. Begonnen hat es 1965 mit neun Handballbegeisterten. Erster Höhepunkt bei der Einweihung des neuen Stadions vor heimischem Publikum war ein Spiel auf dem Großfeld. Ab 1969 wurd nur noch auf dem Kleinfeld gespielt. Bis zur Fusion mit Simmern durchlebte man das übliche "Fahrstuhldasein". Am Ende der Saison 1984/85 befindet sich die 1.Herrenmannschaft am tiefsten Punkt der Gründung der Handballabteilung. Als erste Folgerung daraus entsteht ein Förder- und Freundeskreis Handball, es werden auch Gedanken über einen Zusammenschluss des TVK mit dem VfR Simmern formuliert, darin die sportliche und organisatorische Zusammenarbeit mit wichtigen Zielen: Unterstützung und leistungsorientierte Förderung des Handballs in der Hunsrückregion, Schaffung eines starken Gemeinschaftsgefühls der vertretenen Parteien und damit eines Fundamentes aus individuellen Engagement und potentielle Spielstärke. 1986 kommt die Spielgemeinschaft zustande und die avisierte Verbesserung der sportlichen Leistungen wird mit dem Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Oberliga deutlich. Die weibliche C-Jugend erringt 1986 den Titel des Rheinland-Meisters.

Eine herausragende Stellung in dieser Abteilung mit wesentlichen Anteilen an den erfolgreichen Entwicklungen in allen Facetten, aber auch im gesamten Vereinsgeschehen, nimmt Gerhard Groß ein.

In der Saison 1987/88 wird die HSG Kastellaun/Simmern zum mannschaftsstärksten Verein im Handballverband Rheinland mit 22 Mannschaften, der in vielen Spielklassen attraktivne Handball bietet und somit auch seinen Anliegen gerecht wird, über die Grenzen hinaus Werbung für diesen Hallensport zu machen.

 

Auch die über 40 Jahre alte Volleyballabteilung ist recht einsatzfreudig. So verteten 14 Volleyballerinnen und Volleyballer den TVK beim Deutschen Turnfest 1986 in Berlin.

Wie in der Handballabteilung seit Jahren erfolgreich praktiziert, wird 1995/96 auch in der 1. Volleyball-Herrenmannschaft eine Spielgemeinschaft - und zwar mit Emmelshausen - angestrebt. Am deutschen Turnfest 1998 in München nehmen eine Herren- und eine Damenmannschaft teil. Man ist zwar nicht so erfolgreich wie erwartet, ist aber immerhin aktiv dabei.

 

   

Durch die Vereinsanlage positiv beeinflusst erhält 1983/84 die Tennisabteilung unter ihrem heute noch hobbymäßig Aktivem Werner Mohr erheblichen Aufwind. Die Arbeit in der Abteilung und deren Außenwirkung verursachen einen regelrechten Tennisboom, der 1986 durch einen kurzfristig vom Vorstand verfügten Aufnahmestopp aufgehalten wird. 

Nach dem Ausbau der Tennisanlage um zwei Plätze und die Aufnahme des Spielbetriebs in der von einem privaten Investor erstellten Tennishalle im Jahr 1987 laufen die Aktivitäten wieder in ihren gewohnten Bahnen. 

Im Jahr 1999 erfolgt zur Aktivierung der Jugendarbeit im Tennis eine Fusion der Tennisjugend zwischen dem TVK und dem Tennisclub Rot-Weiß. Dies ist hauptsächlich dem damaligen Jugendtrainer Dirk Birkholz zu verdanken. Mittlerweile wurden beide Vereine sogar ganz zusammengelegt und ein gemeinsamer Spielbetrieb in allen Altersgruppen aufgebaut. Den Verein Rot-Weiß und die Anlage am Beller Bahnhof existiert heute nicht mehr. Durch die Zusammenschließung der beiden Vereine wurde die Vereinsanlage an der Tennishalle noch einmal um zwei Plätze, auf insgesamt sechs Courts erweitert, und ein eigenes Vereinshäusschen installiert. 

Vereinsvorsitzende des TV Kastellaun 1903

 

     1903 - 1906     Herr Friedemann

     1906 - 1908     Herr Beiling

     1908                Herr Peschel

     1909 - 1913     Herr Keßler 

     1913 - 1933     Carl Dilg

     1933 - 1938     Adam Ries

     1938 - 1939     Dr. Hasselbach 

     1940 - 1950     ---

     1950 - 1967     Karl Götz

     1967 - 1980     Ewald Weishaupt

     1980 - 1982     Dr. Gregor Henn

     1982 - 1986     Gerhard Groß

     1986 - 1993     Hans-Jürgen Emmel

     1993                Bruno Bachmann

     seit 1994         Karl-Günter Berger

Teil I der Chronik: Die Jahre 1903 bis 1983 - klicken Sie hier

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